Der “Bäcker von Kos” – ein Symbol des Scheiterns

18. 2. EU-Blog „Lost in EU“

Jetzt ist er ein “beispielhafter europäischer Bürger”: Kurz nach seinem Tod hat EU-Kommissionspräsident Juncker den “Bäcker von Kos” gewürdigt. Doch das Lob hat einen bitteren Beigeschmack. Es kommt zu spät – und wird zum Symbol des Scheiterns.

Immer wenn auf der Insel Kos ein Flüchtlingsboot ankam, belud der Bäckermeister  Dionysis Arvanitakis seinen Lieferwagen mit Brot und Gebäck. Dann setzte er sich ans Steuer und fuhr zum Hafen.

Dort verschenkte er seine Backwaren an die frierenden und hungrigen Flüchtlinge. Zu seinen Lebzeiten war dies den europäischen Politikern keine Auszeichnung wert.

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Sechs Jahre VIOME – Sechs Jahre Arbeit ohne Bosse

6 Jahre VIOME – 6 Jahre Kampf für eine Gesellschaft ohne Bosse

Ende Februar feiern die Kolleg*innen der VIOME ihren sechsten „Geburtstag“. Das diesjährige Motto ihrer Feier lautet: „Sechs Jahre VIO.ME. – sechs Jahre Kampf für eine Gesellschaft ohne Bosse“. Am 23. Februar wird auf dem Fabrikgelände ein landesweites Treffen der verschiedenen Solidaritätsgruppen stattfinden, und am nächsten Tag wird das Ereignis mit einem Fest und viel Musik gefeiert. Auf dem Treffen der Solidaritätsgruppen wird nicht nur die Situation der VIOME behandelt, es werden vor allem über aktuelle Fragen und Themen des sozialen Widerstandes und der Aktionseinheit besprochen.

Wofür steht das Projekt der VIOME? Trotz ihres hohen Bekanntheitsgrades ist VIOME nicht nur eine Legende, sie ist ein Teil des Existenzkampfs der Prekarisierten in Griechenland. Seit Jahren durchlebt das Land ein noch nie dagewesenes Ausmaß der sozialen Prekarisierung. Die Gegenwehr dieser Schicht wird von zahlreichen Initiativen, Kollektiven, Bündnissen und Basisgewerkschaften organisiert. In diesem Zusammenhang sollte der Begriff der Basisgewerkschaft kurz erklärt werden. Es handelt sich um gewerkschaftliche Strukturen der ersten Ebene, die in der heutigen Erscheinungsform hauptsächlich aus Interessenvertretungen einzelner Betriebe und Unternehmen bestehen. Meistens sind sie sich leider selbst überlassen und agieren ohne eine ausreichende Rückendeckung von den existierenden Gewerkschaftsverbänden. Und auch die Bezeichnung „Interessenvertretung“ ist ein reiner Euphemismus, denn in Wirklichkeit kämpfen diese Strukturen gegen schlimme Auswüchse der Ausbeutung und Erpressung. Die breite Schicht der prekarisierten Menschen ist nicht mehr eine soziale Randgruppe, die einen isolierten Protest führt, sondern ein wichtiger Teil der Arbeiter*innenbewegung im weitesten Sinne. Fast unterschwellig formiert sich eine Gegenbewegung, die trotz der vielen Schläge noch keine entscheidende Niederlage erlitten hat. Nur so ist das „legendäre“ Projekt der VIOME objektiv zu erklären – die Kolleg*innen der rückeroberten Fabrik machen den täglichen Existenzkampf der sozial abgehängten Menschen in Griechenland sichtbar. In ihren zahlreichen Erklärungen haben die Kolleg*innen der VIOME immer wieder folgendes Argument sehr treffend formuliert: „Wir sind nicht das große Beispiel für die Überwindung des kapitalistischen Systems; wir sind nur ein bescheidener Teil des breiten sozialen Widerstandes in diesem Land. Doch wenn es uns nicht mehr geben sollte, wäre dieser Widerstand ein Stück ärmer.“

Wir wünschen den Kolleg*innen der VIOME weiterhin Durchhaltevermögen, Kraft und viel Erfolg.

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Abschluss der Petition gegen Wasserprivatisierung in Griechenland

Nach der Übergabe von 189.000 Unterschriften an Thomas Wieser, den Leiter der Euro Working Group in Brüssel, Juli 2017

Brief via Campact

Liebe Unterstützer*innen,

wir wollen die Petition schließen und möchten über den aktuellen Stand der Auseinandersetzungen gegen die Privatisierung des Wassers in Griechenland informieren.

Hoffnungsvolle Entwicklungen

Es gibt durchaus hoffnungsvolle Entwicklungen: derzeit findet in Griechenland eine Verfassungsdebatte statt. Die Regierung hat einen Verfassungsentwurf erarbeitet, in dem sie u.a. das Wasser vor Privatisierung schützt. In dem Vorschlag, den die Regierung dem Parlament vorgelegt hat, steht im Artikel 17a, 4b:

„Das Wasser ist Gemeingut. Der Zugang dazu ist soziales Recht. Die Wasserunternehmungen und die des Abwassers stehen unter staatlicher Kontrolle und können nicht privatisiert werden.“

Wenn das Parlament diesen Entwurf annimmt, wäre Griechenland das zweite Land in Europa neben Slowenien, das das Wasser per Landesverfassung vor der Privatisierung schützt. Allein die Tatsache, dass der Schutz des Wassers in den Verfassungsentwurf aufgenommen wurde, ist ein großer Erfolg der Bewegung, des Kampfes der griechischen Bevölkerung und der internationalen Unterstützung – zu der auch Ihre Unterstützung zählt. Wir hatten die Petition mit den 220.000 Unterschriften den griechischen Kolleg*innen geschickt. Sie haben sich für diese großartige Solidarität sehr bedankt und immer wieder betont, wie wichtig und hilfreich es ist, sich in dieser schwierigen Auseinandersetzung der Unterstützung so vieler Menschen sicher zu sein! Sie haben die Unterschriften mit den Forderungen an die politisch Verantwortlichen in Griechenland übergeben. Weiterlesen

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Veranstaltung zum internationalen Frauentag

„Kapitäninnen der Freiheit“ nennt Mischi Steinbrück die drei großen Kämpferinnen, die in den Seeschlachten der 1820er Jahre wesentlich zur Befreiung Griechenlands von der Osmanischen Herrschaft beitrugen. In rhythmischen Texten, die sie mit Gesang verbindet, versucht sie , uns die hier weiterhin unbekannten und fernen Gestalten der Bouboulina, der Manto Mavrogenous und der Domna Wiswisi näher zu bringen. Historische Fundstücke und Lieder aus Ägais heben den Schatz der Erinnerung an die Gestalten der Kapitäninnen.

Eine Kooperationsveranstaltung der AXION-Akademie der Werte, der Griechischen Gemeinde Solingen und der Gleichstellungsstelle Solingen am 9. März um 17:30 Uhr im Forum der VHS Mumm Str. 10 in Solingen

ausführliche Informationen

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Stell dir vor, die Firma macht dicht und keiner geht heim

Reportage von Lena Holt, Deutschlandfunk Kultur

„In Thessaloniki haben Arbeiter 2011 ihre Fabrik besetzt und organisieren seither den Betrieb selber. Trotz aller Schwierigkeiten erhalten sie so ihre Jobs – und wollen nun mehr: Ein Gesetz, das ihre Selbsthilfe wie in anderen Ländern legalisiert. (…) “

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«Arbeitnehmer machen Schulden trotz Vollzeitjob»

Rodothea Seralidou zum Anstieg des Mindestlohns in Griechenland (hören)

Aus: SRF 4 News vom 1.2.2019

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Griechenland erhöht Mindestlohn

Von Stefanos Kontovitsis, 30.01.2019

„Die von Syriza geführte Regierung in Griechenland unter Ministerpräsident Alexis Tsipras hat fünf Monate nach Auslaufen der Kreditprogramme die Erhöhung des Mindestlohns beschlossen. Demnach soll der Mindestlohn um 11% von 586 Euro auf 650 Euro steigen. Großer Gewinner der Erhöhung sind junge Beschäftigte unter 25 Jahren mit zusätzlichen 140 Euro brutto auf dem Gehaltszettel. Für sie steigt der Mindestlohn um 27% von 510 auf 650 Euro. Die neue Lohnuntergrenze soll ab dem 1. Februar gelten und muss vom Parlament noch gebilligt werden. (…)“

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