May Day ! Stoppt den Angriff auf Gewerkschaften in Europa!

Wie in einem orchestrierten Konzert finden heute EU-weit Angriffe
auf die Tarifhoheit und dem damit eng verbundenen Streikrecht statt.

  • Ob in England, in Spanien,in Frankreich oder in Italien, überall soll gemäß der in Griechenland erprobten Strategie den Gewerkschaften ihre Kampfkraft genommen werden.
  • Werden diese Gesetze realisiert, so dürfen die Kollegen künftig auf den Knien das Kapital um Tarifverträge bitten….
  • Nehmen wir diese Kampfansage auf

Im folgenden ein europaweiter gewerkschaftlicher May Day Aufruf, der in den euro- päischen Gewerkschaften zunehmend Unterstützung findet.

Stoppt den Coup: Tarifverträge jetzt!

Die Finanzkrise hat sich nun zu einem umfassenden Angriff auf die Rechte der Arbeitnehmerinnen entwickelt. Den neoliberalen Kräften ist es gelungen, die Krise als Gelegenheit für die Umsetzung ihrer aggressiven Vorhaben zu nutzen. Wir stehen nun vor der umfassenden Deregulierung von Arbeitsverhältnissen und damit vor einem Prozess der Umverteilung von Reichtum und Macht zugunsten von Kapital und zum Nachteil der Arbeit.Um an der Wurzel des Problems anzusetzen, müssen wir einen grundsätzlichen Widerspruch verstehen: Den Widerspruch zwischen dem gigantischen Reichtum, der von den heutigen Gesellschaften produziert wird und den wachsenden Ungleichheiten. Unserer Ansicht nach müssen zur Bewältigung der Krise diese Ungleichheiten reduziert und den politischen Maßnahmen zur Entwertung von Arbeit entgegengewirkt werden; kurzum: Macht und Reichtum müssen zugunsten von Arbeit umverteilt werden.
In Griechenland hat es die neoliberale Politik geschafft, die ArbeitnehmerInnenrechte auszuhöhlen. Zahlen zur aktuellen Situation illustrieren das Ausmaß des Problems auf anschauliche Weise: So führte die Abschaffung der Tarifverträge zu Lohnkürzungen von bis zu 40%. Nahezu einer von drei ArbeitnehmerInnen im Privatsektor verdient einen Nettolohn von 300 Euro (bis zu 440 Euro brutto) und ist in einem flexiblen Arbeits- verhältnis beschäftigt (z.B. Teilzeit und ausgelagerte Beschäftigungsverhältnisse, Arbeits- platzrotation).
Aktuell liegen die Löhne von 45% der ArbeitnehmerInnen unter 751 Euro, was dem
Mindestlohnniveau vor der gewaltsamen gesetzlichen Reduktion der Mindestlöhne entspricht. Im Jahr 2012 belief sich diese Zahl auf nur 17%, einschließlich der Vollzeit-Mindestlöhne und Teilzeitbeschäftigungen. Gemäß bestimmten Schätzungen beläuft sich die Anzahl der ArbeitnehmerInnen der Schattenwirtschaft bzw. der nicht angemeldeten ArbeitnehmerInnen auf mehrere hunderttausend. Ganz allgemein sind die Verletzungen der ArbeitnehmerInnenrechte ins Unermessliche angestiegen. Außerdem wird eine große Anzahl von ArbeitnehmerInnen im Privatsektor mit bis zu zwölfmonatiger Verspätung bezahlt, während die Anzahl der Arbeitslosen auf 1,5 Mio. angestiegen ist.
In einer solchen Situation dürfen wir nicht auf ein rettendes Wunder hoffen. Wir wissen, dass wir unsere Würde nur durch gesellschaftliche Kämpfe und Selbstorganisation zurückgewinnen können.
Wir kämpfen, um das Recht auf Tarifverträge zurückzuerlangen, damit sich ArbeitnehmerInnen organisieren und ein würdevolles Leben fordern können; um alle Regulierungen außer Kraft zu setzen, die von den Memoranden betreffend die Tarifverträge diktiert werden, sowie gegenSchlichtungsverfahren, die einer umfassenden Deregulierung der Löhne Tür und Tor öffneten, was zu 80% ein Ergebnis von Individualverträgen darstellt. Die Abschaffung des Rechts auf Tarifverträge in einem Land berührt ein Thema, das alle europäischen ArbeitnehmerInnen betrifft:
Die Demokratie selbst. Diesem Coup der Institutionen müssen wir entgegenwirken. Der Kampf der griechischen ArbeitnehmerInnen für Tarifverträge ist ein gemeinsamer Kampf der europäischen Arbeitnehmerinnen für Arbeit, Rechte und ein würdevolles Leben.

Link: http://mayday.gr/en/stoppt-den-coup-tarifvertrage-jetzt-2/

Unterzeichnerliste (Auswahl )
http://mayday.gr/en/signatories/
Unterzeichner sind u. anderem
Marquardt Jochen, Confederation of German Trade Unions (DGB) – Germany
Urban Hans – Jurgen,
Presidium of Industrial Union of Metalworkers (IGM) – Germany
Lemb Wolfgang, Presidium of Industrial Union of Metalworkers (IGM) – Germany
Lehndorff Steffen, Academic, University of Dortmund – Germany
Joly Pascal, Region General Secretary of General Confederation of Labour (CGT) – France
Orazzini Valentina, Responsible for Internationals Relations of Metallurgical Workers Federation Employees (FIOM) – Italy
Karadimas Haris, Vice President of the Pan-Hellenic Federation of Railways (POS) – Greece
Kelly Jimmy, Regional Secretary of the Unite the Union – Ireland
Reina Ramos Anna, Employment Secretary of Worker’s Commission of the Citizen Services Federation (CCOO FSC) –
Spain
Strohmeier Marcus, Head of the International Department of Austrian Trade Union Federation (OGB) – Austria

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