Auswirkungen des Kriegs in Syrien: Unruhen in Griechenland

erschienen bei Telepolis am 17.4.2018

„In Griechenland wird nunmehr täglich gegen den Krieg in Syrien und die mittelbare Verwicklung des Landes demonstriert. Bei Protesten in Athen gab es mehrere Verletzte

Die militärischen Aktionen der USA, Großbritanniens und Frankreichs in Syrien haben auch in Griechenland und auf Zypern Auswirkungen. Schließlich erfolgten die Attacken auf syrische Ziele von beiden Ländern aus. Offiziell versuchen sich die Regierungen der Länder von den Raketenangriffen so weit wie möglich zu distanzieren.

Offizielle Verlautbarungen der Regierung erklären, dass sich Griechenland erst nach einem entsprechenden Entscheid der UNO an militärischen Aktionen beteiligen würde. Selbst dies ist fern von früheren ideologischen Positionen der Regierung Tsipras.

Bis 2015 hatte der griechische Premierminister Alexis Tsipras derartige Militäraktionen pauschal verteufelt und Griechenlands Austritt aus der NATO in Erwägung gezogen. Tatsächlich aber hat zumindest Griechenland erhebliche Unterstützung geleistet.

Die Militärbasis Souda auf der Insel Kreta wurde von den USA strategisch genutzt, wie zahlreiche Presseberichte in Griechenland belegen. Es gibt Hinweise, dass griechisches militärisches Personal in einem unbekannten Zeitraum vor den Angriffen in der Militärbasis beim Be- und Entladen von Waffenmaterial und Munition, insbesondere Tomahawk-Raketen half.

Der Treibstoff für Kriegsgerät wird von einer griechischen Raffinerie geliefert. Zudem verlegt die NATO aufgrund der Lage in der Türkei immer mehr an Ausrüstung und Personal aus der Türkei nach Griechenland, entweder in die Basis Souda, nach Larissa oder auf den Peloponnes. (…)

Bild: ekathimerini

Im Zentrum Athens, an der Vasileos Konstantinou Avenue 42, steht ein Denkmal des früheren US-Präsidenten Harry Truman. Bereits bei der Aufstellung und Enthüllung des Denkmals durch den damaligen Premierminister Konstantinos Karamanlis am 30. Mai 1963 war die Ehrung nicht unumstritten. Das Denkmal war ein Geschenk der griechisch-amerikanischen Organisation AHEPA.

Selbst der konservative Bürgermeister Athens und sein Stadtrat legten Protest ein. Truman hatte im griechischen Bürgerkrieg eine entscheidende Rolle gespielt. Die USA hatten von den Briten die Aufgabe übernommen, in Griechenland eine linke oder gar kommunistische Regierung zu verhindern. (…)“

Seitdem haben an dieser Statue immer wieder Proteste und Aktionen stattgefunden, z.B. um sie vom Sockel zu reißen.

„Unter diesem Vorzeichen fand in Athen am Montag die Schüler- und Studentendemonstration gegen den Kriegseinsatz statt. Der Protestmarsch kam am Denkmal vorbei und die Skulptur wurde erneut zum Ziel einer Attacke. (…)

Wuchtig fiel dagegen die Reaktion der Bereitschaftspolizei aus. Die Polizisten sprengten die Demonstration mit massivem Tränengaseinsatz und Schlagstöcken. Sechs Demonstranten mussten ins Krankenhaus und zwei wurden zunächst festgenommen. (…)“

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