Deutschland verdient an griechischen Schulden

Auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag teilte die Bundesregierung heute morgen mit, dass die Bundesrepublik Deutschland seit dem Jahr 2010 insgesamt etwa 2,9 Mrd. Euro an Zinsgewinnen verdient hat. Laut einem Bericht in der SZ, basierend auf einer dpa-Meldung, „stammen die Gewinne vor allem aus Ankäufen griechischer Staatsanleihen im Rahmen des Securities Market Programme (SMP) der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei der Bundesbank anfielen und dem Bundeshaushalt überwiesen wurden. Auch die Bundesbank kaufte in großer Zahl die Staatspapiere.

Frühere Vereinbarungen sahen vor, dass Griechenland bei Erfüllung aller Spar- und Reformauflagen die SMP-Gewinne anderer Staaten ausbezahlt werden sollen. Der Antwort zufolge wurde aber nur 2013 ein Gesamtbetrag von zwei Milliarden Euro an Griechenland transferiert. 2014 gingen rund 1,8 Milliarden Euro auf ein Sperrkonto des Euro-Rettungsschirms ESM.  (…) “ weiterlesen in der SZ

Weiter heißt es im OXI-Blog: „Und die Zinsgewinne aus den Krediten sind nicht der einzige »Profit«: Allein der Bundeshaushalt hat seit Ausbruch der Finanzkrise mindestens 162 Milliarden Euro beim Schuldendienst gespart. Statt der ursprünglich für die Jahre 2008 bis 2017 geplanten Zinsausgaben von insgesamt 450,4 Milliarden Euro seien nur 288 Milliarden Euro angefallen. (…)

Aber auch die übrigen Euroländer haben von den Niedrigzinsen profitiert, Zahlen der Bundesbank zeigen dies: Die 19 Eurostaaten hätten zusammen zwischen 2008 und 2017 rund 1,15 Billionen Euro weniger für Zinsen ausgeben müssen, Frankreich musste 275 Milliarden weniger aufbringen, Italien 216 Milliarden weniger.

Der Ökonom Vladimiro Giacché vom Centro Europa Ricerche in Rom kommt sogar auf noch höhere Zahlen. (Junge Welt vom 3.5.2018) (…) In dieser Rechnung hat Deutschland 280 Milliarden Euro gespart, Frankreich 230 Milliarden Euro und Italien 140 Milliarden Euro.

Politisch interessant ist die Aufteilung der Zinsersparnisse – von den 950 Milliarden in der gesamten Eurozone entfielen in Giacchés Rechnung über 70 Prozent auf das sogenannte Kerneuropa. Auf die südeuropäischen und peripheren Länder, die am stärksten von der Krise getroffen waren, also Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien, entfielen demnach nur 30 Prozent der gesamten Zinsersparnisse – zusammengenommen mit 260 Milliarden weniger als die Zinsersparnis Deutschlands. (…) “ weiterlesen im OXI-Blog

Dieser Beitrag wurde unter Griechenland abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.