Solidarität vor Gier

Appell

an die Regierungen der Eurozone, an den Präsidenten der Eurogruppe, Mário Centeno und an den Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi. 

“Ich nahm mein Kind und rannte Richtung Meer.” So wie Panagiotis versuchten Tausende Griechinnen und Griechen, sich vor den Flammen zu retten. Nicht alle haben es geschafft, die Zahl der Toten ist inzwischen auf 88 gestiegen. Manche beklagen, dass die Behörden nicht schnell genug reagiert haben. Für viele spielt aber auch die jahrelange rigorose Sparpolitik, zu der Griechenland gezwungen wurde, eine Rolle. Weil Feuerwehrausstattungen und öffentliche Infrastruktur vernachlässigt wurden. [1]

Die Griechinnen und Griechen brauchen unsere Solidarität. Und sie brauchen jeden Cent, der ihnen rechtmäßig ohnehin gehört. Nachdem wir und viele weitere Bürger/innen monatelang Druck gemacht haben, gab es beim letzten Treffen der Eurogruppe endlich eine gute Nachricht: Die EU-Finanzminister versprachen, ihre Zusagen nun auch umzusetzen – nämlich die Zinsen zu erstatten, die sie mit griechischen Staatsanleihen eingestrichen haben. Doch es gibt anscheinend einen Haken: Fast die Hälfte des Geldes soll nicht ausgezahlt werden – sage und schreibe acht Milliarden Euro. [2] Das ist mehr als die Hälfte der Summe, die Griechenland 2014 für sein Gesundheitswesen ausgegeben hat! [3]

Eine so gewaltige Summe kann in Griechenland einen wirklichen Unterschied ausmachen, wenn es um Leben oder Tod geht. Deshalb wollen wir unseren Druck nochmal richtig hochschrauben und Finanzminister Olaf Scholz unsere Forderung ganz deutlich machen: Wir wollen, dass Griechenland bekommt, was Griechenland rechtmäßig gehört. (von WeMove.eu)

Referenzen
[1] https://www.cnbc.com/2018/07/25/as-greek-wildfires-rage-residents-blame-lack-of-disaster-plan.html
[2] http://www.positivemoney.eu/2018/07/ecb-smp-profits-billions-lost-for-greece/
[3] https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/gr/Documents/life-sciences-health-care/gr_healthcare_in_greece_noexp.pdf
Dieser Beitrag wurde unter Griechenland veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.