Erklärung des Griechenland Solidaritätskomitee Köln (GSKK) an die Kollegen der besetzten und selbstverwalteten Fabrik VioMe in Thessaloniki

Wir übersenden Euch hiermit die Liste mit mehr als 700 Unterschriften aus Deutschland, einige aus Österreich und der Schweiz, unter Eure Unterstützungserklärung. Dazu die persönlichen Erklärungen von Margarita Tsomou, Lucy Redler und Thiess Gleiss, Tom Strohschneider, Dario Azzellini, Günter Wallraff und Fabio de Masi.

Diese Unterschriften sind Ausdruck eines entschlossenen Kerns von Menschen in Deutschland, der Euch auch in Zukunft unterstützt. Dazu gehören mehrere Bundestags-, Landtags- und kommunale Abgeordnete, sowie Parteifunktionäre der Partei Die Linke; insbesondere aber auch eine große Zahl von hauptamtlichen Mitarbeiter*innen der Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes „Ver,di“, einige der Metallgewerkschaft „IG-Metall“ und der Bildungsgewerkschaft „GEW“ sowie viele Gewerkschaftsmitglieder.

Seit mittlerweile 5 Jahren unterstützen wir in Köln Euren Kampf um den Erhalt Eurer Arbeitsplätze. Ihr seid nicht nur ein Symbol des Kampfes der griechischen Bevölkerung gegen die Austeritätspolitik der EU und ihrer Troika/Quadriga. Ihr habt Euch in Arbeiterselbstverwaltung demokratisch organisiert, Ihr bezahlt alle gleich und macht Jobrotation. Ihr habt Euch geöffnet für Projekte in Thessaloniki, wie die soziale Klinik der Solidarität oder für die Flüchtlingshilfe, Ihr seid Ort von politischen und kulturellen Veranstaltungen. VioMe muss weiterbestehen.

Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg, insbesondere für die im November/Dezember bevorstehenden Gerichtsverhandlungen. Wir werden uns in Thessaloniki und Köln wiedersehen. VioMe muss als wichtiges Projekt weiterleben!

Oktober 2017

Griechenland Solidaritätskomitee Köln

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Kundgebung gegen die Wasserprivatisierung am 13. November 2017 in Berlin

Wasser ist Menschenrecht – Stoppt die Wasserprivatisierung in Griechenland

Gegen die frühere Zusage der EU, keine Kommune und keinen Staat zu zwingen, das Wasser zu privatisieren, wird Griechenland  durch die Troika genau dazu gezwungen. Der Widerstand in Griechenland dagegen ist groß. Das bundesweite Netzwerk der Griechenlandsolidarität unterstützt diesen Widerstand mit einer Petition, die inzwischen von 200.000 Menschen unterschrieben wurde. Sie richtet sich neben der EU-Kommission in Brüssel auch an den bisherigen Finanzminister Schäuble, der wesentlich für die Durchsetzung der menschenverachtenden Forderung nach Privatisierung des Wassers in Griechenland verantwortlich ist.

Schäuble will die 200.000 Unterschriften nicht annehmen. Deshalb veranstalten wir eine symbolische Übergabe an unsere Volksvertreter*innen. Protestiert mit uns gegen die Missachtung des Willens der Menschen in Europa und insbesondere in Griechenland.

Wir fordern vom Bundestag und von der kommenden Regierung: Deutschland darf sich nicht länger als Zuchtmeister Europas aufspielen, die Privatisierung des Wassers in Griechenland muss gestoppt werden!

Kundgebung

Montag, 13.11.17, Pariser Platz, 16 Uhr

Es sprechen: Clivia Conrad (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, ver.di), Dorothea Härlin (Berliner Wassertisch, European Water Movement), Christa Hecht (Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft), Carl Waßmuth (Gemeingut in BürgerInnenhand)

Außerdem mit: Gerald Wolf (Kabarettist), Elina Skarpathioti (Sängerin), dem IG-Peng-Chor und einem Überraschungsgast

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Neuigkeiten aus Thessaloniki

Bericht von Yiorgos Archontopoulos, Präsident der Wassergewerkschaft  von Thessaloniki,  Sept. 2017 (übersetzt aus dem Englischen)

1. Griechenland hat – im Mai 2017 – als letztes EU-Land die Direktive 2000/60 (Anmerkung GSKK: Europäische Wasser-Rahmenrichtlinie) für die Festsetzung der Wasserpreise zur Anwendung gebracht. Wir haben den Verdacht, dass die Regierung die Direktive nutzen will, um künftige Privatisierungen zu erleichtern. Das Ziel der „griechischen Version“ dieser Direktive ist es, alle Kosten (Investitionen, Infrastruktur usw.) den Verbrauchern aufzubürden. *) Auch die Sozialprogramme der Wassergesellschaften sollen von den übrigen Verbrauchern getragen werden. Obwohl die griechische Version der Direktive alle Arten von Wasser einschließt (Landwirtschaft und Trinkwasser), ist die Wasserkraft ausgeschlossen. Dies ist bemerkenswert, viele private Energieunternehmen nutzen Wasserkraft. Wir haben entdeckt, dass Deutschland und sechs weitere Länder es geschafft haben, die Wasserkraft aus der Anwendung der Direktive auszuschließen. Sie haben einen entsprechenden Prozess gewonnen. (Anmerkung: Hier wird Bezug agenommen auf ein Urteil des EuGH vom Sept. 2014, das die deutsche Praxis, Wasserkraft und Binnenschifffahrt von der Rahmenrichtlinie auszuschließen,  für rechtens erklärt.)
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Gregor Kritidis unterstützt die Solidaritätserklärung für VIO.ME

Foto: Radio Kreta

Solidarität mit Vio.Me

In Griechenland ist die Tradition von Mitbestimmung und Arbeiterselbstverwaltung nur schwach verankert. Aus diesem Grund gibt es trotz einer massiven Pleitewelle seit 2010 nur wenige Übernahmen von Betrieben durch die Belegschaften. Die 2011 besetzte Baustofffabrik Vio.me bei Saloniki, die gegenwärtig unter Arbeiterselbstverwaltung Reinigungsmittel produziert und vertreibt, stellt eine der wenigen Ausnahmen dar. Vio.Me ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie der autoritären Krisenpolitik der EU eine demokratische Alternative entgegengesetzt werden kann – eine Alternative, die die wirtschaftlichen Belange der Arbeiterinnen und Arbeiter ebenso berücksichtigt wie die der Konsumenten und die Idee ökologischer Nachhaltigkeit konsequent in die Praxis umsetzt. Vio.Me ist viel mehr als eine selbstverwaltete Fabrik: Vio.Me steht für die konkrete Utopie einer anderen Gesellschaft, die bereits praktischer Kampf für eine andere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung jenseits des Kapitalismus geworden ist. Unterstützen wir die Belegschaft von Vio.Me als ein Beispiel, wie es auch anders geht, nicht nur in Saloniki!

Dr. Gregor Kritidis
Rosa Luxemburg Stiftung Sachsen-Anhalt

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Solidarität – Αλληλεγγύη

Liebe MitstreiterInnen der VIO.ME,

wir, das Griechenlandsolidaritätskomitee Kiel (Griechenlandsolikiel.de) sind voll solidarisch mit eurem Kampf fürs Überleben, für die selbstbestimmte, nicht hierarchisch organisierte und gleichbezahlte Arbeit, für die ökologische Produktion und gegen den Kapitalismus und die Ausbeutung!

Μit solidarischen und kämpferischen Grüssen, Griechenlandsolidaritätskomitee Kiel

Αγαπητοί συναγωνιστές της ΒΙΟ.ΜΕ.,

εμείς από την Επιτροπή Κιέλου για την αλληλεγγύη με την Ελλάδα είμαστε πλήρως αλληλέγγυοι με τον αγώνα σας για την επιβίωση, για τη μη ιεραρχικά οργανωμένη και με ίση πληρωμή εργασία, για την οικολογική παραγωγή κι ενάντια στον καπιταλισμό και την εκμετάλλευση! 

Με αλληλέγγυους και αγωνιστικούς χαιρετισμούς,
Επιτροπή Κιέλου για την αλληλεγγύη με την Ελλάδα

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Vortrag: Schuld und Schulden: Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa

Dienstag, den 10. Okt. 2017, 19:00 Uhr

Schuld und Schulden: Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa

Vortrag von Karl Heinz Roth

Die Reparationsfrage ist ein besonders umstrittenes Kapitel der europäischen Nachkriegsgeschichte. Während die großen Siegermächte in den ersten Nachkriegsjahren umfangreich entschädigt wurden, gingen die kleineren Länder Europas und zahlreiche Opfergruppen weitgehend leer aus. Zu ihnen gehörte auch Griechenland, das bis auf den heutigen Tag Entschädigungen für die Massakeropfer und die Ausplünderung seiner Volkswirtschaft einfordert.
Karl Heinz Roth untersucht Kontexte, strategischen Optionen und Taktiken des Vorgehens der deutschen Machtelite, die in der Ausklammerung der Reparationsfrage aus dem De Facto-Friedensvertrag von 1990 („Zwei plus Vier-Vertrag“) kulminierte. Die Reparationsfrage bildet die materielle Grundlage unserer gesamten Erinnerungskultur. Sie sollte deshalb im Rahmen eines Zusatzabkommens zum „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ abschließend geregelt werden.
Karl Heinz Roth – Historiker, Mitarbeiter der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts in Bremen.

Ort: Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln
nsdok@stadt-koeln.de

Für: Erwachsene | Von: NS-Dokumentationszentrum | Treffpunkt: EL-DE-Haus | Preis: € 4,50 | ermäßigt: € 2,00

 
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Erklärung zu VIO.ME, von Lucy Redler und Thies Gleiss*

Vio.Me ist ein gutes Beispiel, wie Arbeiterinnen und Arbeiter in Griechenland die Dinge mutig selbst in die Hand nehmen. Es ragt aus der ansonsten traurigen Entwicklung des politischen Aufbruchs in Griechenland und des Widerstandes gegen die EU- Zwangspolitik heraus. Vio.Me darf nicht untergehen! Wir können von den Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen, die nahe Thessaloniki in einer anerkannten Sozialkooperative biologische Reinigungsmittel herstellen, viel lernen. Mittlerweile blicken  weltweit viele Menschen, die in vergleichbaren Situationen sind,  auf das Beispiel Vio.Me in Griechenland. Wir unterstützen daher den Erhalt der selbst verwalteten Fabrik und hoffen, dass Richter und Politik in Griechenland endlich einlenken und Vio.Me eine Zukunft hat.

Lucy Redler und Thies Gleiss

*Mitglieder des Parteivorstandes der LINKEN, Deutschland.

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